SYBILLA  BENKER
 
                              
RECHTSANWÄLTIN    REVISORIN


                                  

 

Public Sector Management (PSM)

1. Haushaltswesen/ PSM als integriertes Softwaremodul
    in ERP- Systemen

Die datentechnische Verwaltung von Haushaltsmitteln, Einnahmen und Ausgaben erfolgte im Bereich der öffentlichen Verwaltung grundsätzlich aus kameraler Sicht.
Im Zuge der Anforderungen an Kosteneffizienz und Effektivität auch bei Verwaltungs,- und Organisationsabläufen der öffentlichen Hand  und der zunehmenden Gründung von Public Private Partnerships  - der Zusammenarbeit des öffentlichen Sektors mit privatwirtschaftlichen Unternehmen -  übernahmen staatliche Träger und Institutionen in weiten Bereichen auch die Anforderungen, die im Bereich des internen und externen Rechnungswesens an Unternehmen  der Privatwirtschaft gestellt werden ( Finanzbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung,-Controlling, Kosten,- und Leistungsrechnung ).
Nicht nur typische kamerale Anforderungen wie Deckungsfähigkeit, Übertragbarkeit der Haushaltsmittel, etc. sollten erfüllt werden, sondern  im Zuge eines integrierten Hauhaltsmanagements sollten jetzt auch wie in der Privatwirtschaft Anlagegüter und deren Werteverzehr erfasst und fortgeschrieben werden (Anlagenbuchhaltung ); kamerale Buchungen beispielsweise auf Finanzpositionen, Finanzstellen, etc. sollten gleichzeitig auch in einer – für die öffentliche Verwaltung ebenfalls neuen - Finanzbuchhaltung  mit Kontenplan und Sachkonten gebucht werden (Doppik).
Gleichzeitig sollte eine Kostenkontrolle und Optimierung  dieser Vorgänge über eine mit der Finanzbuchhaltung und dem kameralen Haushaltswesen (Public Sector Management ) integrierten Kosten- und Leistungsrechnung erfolgen.
So wurden in der Vergangenheit, seit den 90er Jahren, in weiten Bereichen der öffentlichen Hand diese integrierten Module des Rechnungswesens eingeführt: Zum Beispiel in Bereichen von Bundesministerien (Beispiel Bundeswehr ), der Hochschulverwaltung (Universitäten, Fachhochschulen, etc.),  bei Infrastrukturbetrieben; auf kommunaler Ebene ( „NKF: Neues Kommunales Finanzwesen“ ), usw.
Bis heute ist allerdings – auch im kommunalen Bereich – umstritten, ob die Einführung der Doppik zu einer Verbesserung der Kostensituation und zu einer effektiveren Leistungserbringung führt.

Das kommt ganz auf die vertragliche Gestaltung und Umsetzung an.

Das integrierte Rechnungswesen in Form von Kameralistik, Doppik und Controlling sowie dessen Abbildung in Programmmodulen ist in der Tat nur ein  Arbeitswerkzeug und kann strukturelle Probleme, die andere Ursachen haben  nicht lösen.

Im Rahmen großer  Projekte in diesem Bereich- beispielsweise der Einführung des integrierten Rechnungswesens mit den Modulen Haushaltswesen / PSM, der Finanz,- und Anlagenbuchhaltung und des Controlling / der Kosten,- und Leistungsrechnung hängt der Benefit wie bei anderen Projekten auch von geordneter udn innovativer Planung und Umsetzung ab.
Zudem existieren in vielen Bereichen auch weiterhin alte, programmtechnische Insellösungen, die eigentlich mit den neuen, integrierten Softwaremodulen längst abgelöst sein sollten, parallel zu den neuen Systemen weiter.


Grundsätzlich kann die Einführung eines integrierten Haushaltsmanagements durchaus sinnvoll sein:
In seiner Funktion als Steuerungsinstrument und in Form besserer Transparenz, die bereinigte, zentrale, integrierte und nicht redundante Datenbestände liefern.
Dies setzt allerdings die sachgemäße Planung und Implementierung, wie sie bei Projekten im privatwirtschaftlichen Bereich üblich ist, voraus.
Und damit auch die gründliche Analyse der Ist Situation, die klare Definition der erwarteten Ergebnisse und Ziele  (Soll) und der sachgerechten Planung und Realisierung des Weges zur Zielerreichung einschließlich nicht permanent parallel einhergehender Um,- und Restrukturierungsprozesse.

 

2. Public Sector Management als Prozess zur
    Leistungs,- und Kostenoptimierung im Bereich der
    öffentlichen Hand und von Non- Profit – Organisationen


Arbeitsabläufe und Organisationen auch in diesem Bereich zu verbessern ist das Ziel dieser organisatorischen PSM Projekte.
Ähnlich den Projekten zur Optimierung und Qualitätsverbesserung im Bereich der privatwirtschaftlicher Unternehmen setzen jedes Projekt und dessen Zielerreichung Sorgfalt in der ganzheitlichen Analyse der Ausgangsfaktoren  und Eckdaten (Ist) und der erwarteten Ergebnisse voraus (Soll), bevor das Projekt geplant und schließlich implementiert werden kann.
Allerdings  muss auch den Besonderheiten im Bereich des öffentlichen Sektors Rechnung  getragen werden,   insbesondere  im Hinblick auf Kommunikationswege, Verantwortlichkeiten und Genehmigungsanforderungen, etc.
Genau wie bei Projekten  im Bereich der Privatwirtschaft jedoch müssen alle Aktivitäten und Maßnahmen partnerschaftlich und gemeinsamen mit den Menschen, den internen Ressourcen, erfolgen, Projekttransparenz ist hier ein ebenso wichtiger Erfolgsfaktor.
Projekte in diesem Bereich wurden in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen, beispielsweise im Rahmen von Strukturreformen oder auf dem Gebiet der Daseinsvorsorge durchgeführt; ein weiteres Beispiel ist die Einführung einer Kosten,- und Leistungsrechnung auch in vielen Bereichen des öffentlichen Sektors.